Wolfis Alpinseiten:
Bilder
Stories
Infos
Links
Aktuelles
Koepfe und Kumpels
 

BuiltWithNOF
San Salvador

San Salvador und Santo Domingo - neue Inseln unterhalb Neufundland

San Salvador: (update 06.07.2011 - auch neue Bilder von Anfang Juni, siehe link )
ganz unten noch Hintergrundinfo

Bei einem Besuch in 2009 in Neufundland überm Weissensee (Klasse Lochkletterei) noch einen Felsen unterhalb besichtigt, der dann bei Bene sofort einen Motivations- und Bohrschub ausgelöst hat. Der zuerst angegangene Fels rechts (westlich) unterhalb vom Neufundlandzustieg ist San Salvador (aka Salvatorberg).
Gestein ist zwar teilweise noch recht staubig und flechtig, Fels war aber bis zum großen Schiff Ende Juni 2009 total trocken und recht nässeresistent, dann allerdings 3 Wochen nicht bekletterbar. (war Ende Juli 2009 wieder komplett trocken, dann aber gleich wieder großteils nass, Anfang September wieder alles trocken)
Höhe knapp 25 Meter, die meisten Touren sind 15 bis knapp 20m lang
(update 2011: nachdem wir 2010 die Wand vernachlässigt hatten und wohl nur sehr sporadischer Besuch war, trotzdem nun im Mai 2011 insgesamt sehr akzeptable Bedingungen, was den Staub anbelangt (aber ein wenig kann man die Bürste schon noch ansetzen).
mittlerweile 14 Touren (incl. 2 Varianten) sind bisher geklettert: von rechts nach links:

1) Fitzcarraldo ca 6c+ schwarze, teils plattige Wand rechts, Einstieg mit weiten Zügen, dann Seitgriffe (grßes Horn fest)  , mündet in 2
2) Unbekannte Gewässer - nicht ganz so steil, aber recht tricky und wacklig,  ca 6b+, jetzt mit Verlängerung über griffigen Pfeiler ca. 25m 
3) ?? Heinis Tour -ca 6b Verschneidung links daneben, gleicher Einstieg, interessant zu kletternde Piaz -Verschneidung, das Schwert im unteren Teil ist zwar nicht richtig fest, geht aber auch nicht raus und muss auch nicht benützt werden - man kann separat umlenken oder über 2) weiterklettern.
4) Aufbruch ins Ungewisse - witziger Einstiegsboulder und dann eine schwere Stelle über das Dach und Rissspur - schwer zu bewerten, wohl ca. 7a / 7a+ (man kann den Einstiegsboulder auch über 3 rechts umgehen
5) Die Welt ist rund (gleicher Einstieg wie 4) dann am 4 . BH nach links und schwere Passage zu Rissspur - 7b
  - (zu d und  e - auf den letzten leichten Meter ist noch etwas Moos auf den Absätzen)
6) Die Berechnungen Toscanellis, hart 7c, Direkteinstieg zu e), rechtshaltend zuerst überhängend, dann feingriffig in den Schwartenteil vor der Schlüsselstelle von e)
7) Hacho da Mano, ca. 7a /7a+, steilere, tricky Einstiegswand zu Schwarten und der Abschlusspassage von 8)
8) Versklavung der Arawak (Blockierer am 1. Haken, dann steil, aber griffig und übers kleine Dach - ca. 6b+ -6c - leider ist kürzlich der Griff für den Einstiegsblockierer etwas zerbröselt, derzeit jetzt gleich ein harter Start Zug mit 2 Fingerleiste
9) Undank ist der Welten Lohn unten technisch an kleinen Fuzzeln, dann ziemlich athletisch, 3 Begehungen, ca. 7b/ 7b+ (Bene)
10) Meridiandistanz, kürzer, aber sehr interessant, endet ganz kurz unterm Ende der Wand, da die letzten 2 Meter alles recht grifflos wird, ca   6c+
11) Guacanagari (Bene Mai 2011) 7c+, noch schwerer zu klettern wie auszusprechen, 12m anhaltende und technische Boulderzüge vom Boden weg, dann Rastpunkt und tricky Abschlusswand.
12) Gier nach Gold , rel. steiler Einstieg, dann eine Boulderpassage links der Haken, oben raus gute Leisten und Bankerl (wohl hart 7b+, Bene 2009)
13) Im Namen der Königin (schwere Passage am 3. Haken, über kleinem Dacherl kann geschüttelt werden, bevor es wieder anzieht und in den Abschlussrauswerfer mündet (sehr gut - ca 7b+, fast 20 m)
14) Guanahani 7b gute Passagen mit mehreren guten Rastpunkten - Schlüsselstelle links an die Kante vor´m Umlenker

Achtung, bei einigen Touren sind die Umlenker noch nicht perfekt.

siehe Kletterbilder unten

Sektor Santo Domingo,
dorthin hat´s uns nach dem ersten Monsunregen verschlagen, liegt ca, 3min weiter vorn (östlich)  - derzeit 5 Routen zwischen 6b+ und 7c (Bilder und Beschreibung siehe ganz unten), oberer Stock in Arbeit

Für beide Felsen: etwas Staubresistenz kann nicht schaden, dazu vielleicht eine Wurzelbürste - Substanz ist aber gut

neue Bilder San Salvador Mai 2011

neue Bilder Domingo sep 2011

Übersicht Sportklettern 08/09

Übersicht Kletterbilder

Zugang zu beiden Sektoren: entweder wie im Allgäuführer für Neufundland beschrieben vom westlichen Seeende sehr steiler Wald (Wurzelkletterei) zum oberen Ziehweg und dort in wenigen Schritten links und rechts zu den sichtbaren Sektoren; oder besser vom Alatseeparkplatz (gebührenpflichtig, 2 €) auf Ziehweg leicht bis mäßig ansteigend nach Osten bis die gelben Flechten von Santo Domingo  knapp oberhalb des Weges sichtbar sind (ca 20 min). Von dort 3 min auf Fahrweg weiter bis direkt unterhalb San Salvador.

oben links _ Bene in “ die Welt ist rund “- Andi im und nach dem Einstiegsboulder von  “Aufbruch ins Ungewisse”.
- rechts oben und unten: “Versklavung der Arawak”.

unten:_ Bene in “Gier nach Gold”

Vorsicht Piraten:
Karibik ja - saubere Waffe ja -
Johnni Depp - nur bedingt

Übersicht Sportklettern 08/09

Übersicht Kletterbilder

neue Bilder Domingo sep 2011

Santo Domingo: (update 17. 09. 2011 - mit neuen Bildern
schmälere Wand mit löchrigem, teils gelbflechtigem Einstiegsbereich und etwas staubiger Ausstiegsplatte, wird kaum nass bzw. schnell wieder trocken. ca 15- 18 Meter bis zu den unteren Umlenkern, 3 Touren führen derzeit weiter durchs darauf aufbauende obere Stockwerk, was dann gesamt knapp 35 Meter Höhe bringt.
6 Touren unten, 3 ganz rauf
von rechts:

Unten: Bilder Santo Domingo,
Bilder von “Cerro in Flammen”,
der harte Einstieg von “Schiffe in Flammen” ist direkt rechts daneben (rechts der rechten Flamme)
 

1a) La Isabella (ca 6b+/ 6c) - nur ein schwerer Zug ( mit komischem 3 Fingerloch) an die Schwarte, dann dieser mit Rechtsschleife entlang , oben noch staubig, (nicht zu weit nach rechts locken lassen, an der Schwarte entlang hangeln immer guter und einigermaßen sauberer Fels, man kann ganz oben nach links zum Umlenker der anderen Touren, 08 2011: Verlängerung fertig, dann 35m, siehe 1b)
1b) : Grande Isabella  (ca 6c+). Vom Ende der Schuppe mit kleiner Linksschleife in den Überhang, athletischer Quergang an Hangelloch nach links und schön und großgriffig weiter durch überhängendes Gelände, dann noch 8 technische Meter obendrauf, 35m, ein paar lange Exen notwendig (vor und im Hangelloch)
1c) Anacaona, wie 1b durchs Hangelloch (dorthin ev. auch mal direkt von unten; Untergriffboulder, 1 H schon präbariert), kurz danach links raus mit Boulderstelle (gut links halten, versteckter Untergriff, nicht rechts an das gelben Bruchzeug) ins nächste Loch und graue Wand an kleinen Leisten, ca 7b
2) die Zuflucht (ca 7b) - anhaltende Kletterei an schlechten Löchern zu Schüttler etwas rechts, danach etwas eigenartige Boulderstelle in Platte rein
3) Schiffe in Flammen (7c), schwerer Hook- Boulder in der Einstiegswand, anhaltend an schlechten Löchern weiter und gute Züge ins Plattige
3a) Cerro in Flammen (ca 7b/ 7b+)- homogene Kombi -umgeht die harte Einstiegspassage von 3 über 4, von  deren 4. Haken etwas rechts  in 3  (siehe Bilder unten)
4) Santo Cerro (ca 7b+) schöne Einstiegswand, am 3. H harter Untergriffzug oder Fingerloch rechts, dann etwas links, kleingriffig oder mit Fingerloch links und schwer ins Plattige, dort noch nicht aus. Harte Verlängerung nach oben siehe 6
5) Yucahu 7b+ schöne Einstiegswand mit Hangelquerung, dann mit Linksschleife zu Untergriff und Piazschuppe und nochmal ziehen ins Plattige. , oben etwas eirig mit Untergriffen, (links neben der Route etwas unschöne Schuppe, braucht man aber kaum und ist im wesentlichen fest)
6) Quisqueya 7c+/8a von Santo Cerro weiter an grauer, leicht überhängender Wand, technisch mit 2 schweren Stellen (an der ersten Fingerzwickerscherbe sanft behandeln) und dazwischen kein richtiger Raster, gesamt 35 m
7) Navidad, komplexe Züge mit weit auseinander liegenden Seituntergriff- Löchern und richtig harter Passage kurz vor dem Abschlusswulst - wird hart hart 7c- 7c+, obwohl etwas kürzer richtig gut in sehr gutem Fels mit passgenau angeordneten Untergrifflöchern, Leisten und Tritten

Kletterbilder: im unteren Teil der Domingo Wand mit gelben Flechten und teils runden Löchern - Kombi Cerro in Flammen - 3a

Übersicht Sportklettern 08/09

neue Bilder San Salvador Mai 2011

Übersicht Kletterbilder

neue Bilder Domingo sep 2011

Hintergrundinfo zu den Tourennamen:
Bei der Rückkehr vom oberhalb liegenden Neufundland haben wir uns die 2 unterhalb (also gewissermaßen südlich) liegenden Felsinseln mehrmals angesehen und Hypothesen über das Potential angestellt, ohne zu einem endgültigen Ergebnis zu kommen. Eines Tages ersetzte dann Bene theoretisches Sinnieren gegen mutiges Entdeckerhandeln, wagte den Aufbruch ins Ungewisse und setzte die Segel bzw. warf die Leinen aus. In der Takelage hängend (bzw. in den Stricken der Abseilstrecke durch steilen Urwald) konnte er feststellen, dass die Fahrt nach Westen ins gesuchte Land geführt hatte und dass es Ruhm und Routen zu ernten gab. Inspiriert vom „Neufundland“ und vom Explorationserlebnis lag die Parallele zu einem der größten Entdeckungsabenteuer der neueren Geschichte nicht allzu fern, die neue Welt wurde Stück für Stück erobert, (aber es gibt noch Raum für Forscher und Pioniere). Bis jetzt sind die Ergebnisse aber Gott sei dank positiver und die negativen Folgeerscheinungen geringer als beim historischen Vorbild (ok, ein bisschen Staublunge und leicht manische Putzattacken beim einen oder anderen Entdecker) .

Erklärungen im einzelnen:
San Salvador
San Salvador: hat nichts mit dem Münchner Salvatorberg zu tun, sondern ist eine kleine Insel im Nordostrand der Bahamas und man nahm eine zeitlang an, dass dies die Insel Guanahani sei, an der Columbus die neue Welt betrat.

3) ?? Heinis Tour – Rückkehr in Ketten   Columbus wurde auf seiner 3.ten Reise 1500 in Santo Domingo entmachtet, gefangengenommen und in Ketten nach Spanien zurückgeschickt.
6) Die Berechnungen Toscanellis  - Paolo dal Pozzo Toscanelli (* 1397 in Florenz; † 1482 in Florenz). Berechnete mit der Hypothese der alten Griechen – die Erde ist rund - die Entfernung Asiens von Europa über den westlichen Seeweg, allerdings falsch und zu kurz. Bestärkte damit aber trotzdem Columbus in seiner Idee.
7) Hacho da Mano;  spanisch für Faustkeil, meist aus vor Ort vorhandenem Gestein ausgesucht, kann bei Verlust eines Hammers zum Eintreiben von Schwerlastankern verwendet werden, erfordert aber wesentlich bessere Feinmotorik und körperlichen Einsatz
8) Versklavung der Arawak .- Arawak ist eines der Völker, die Hispaniola (die Insel der heutigen Dom Rep und Haitis) besiedelten, die Arawak und Taino wurden großteils versklavt und in nur 100 Jahren faktisch ausgerottet
11) Guacanagari:   war einer der fünf indigenen Könige von Hispaniola, bevor Columbus aufkreuzte († 1494)
14) Guanahani :der Name der Insel, auf der Kolumbus die neue Welt betrat, nicht ganz klar ist, ob das wirklich das heutige San Salvador vor den Bahamas ist (Experten diskutieren noch)

Santa Domingo
Santa Domingo: Kolonie auf der Südküste von Hispaniola /Neugründung einer Stadt (la nueva Isabela) durch den Bruder von Christof an der Mündung des Ozama, heute die Hauptstadt der DomRep.

1a) La Isabela: Neugründung einer Stadt (Kolonie) auf Santo Domingo auf der 2ten Reise (Name zu Ehren der spanischen Königin Isabela) , die erste Siedlung la Navidad war bis zur Rückkehr durch interne Streitigkeiten geschwächt und dann wahrscheinlich durch die Arawak zerstört worden
1c) Anacaona:  kunstfertige Königin der Arawak (die Tour ist vielleicht auch etwas gekünstelt), die – obwohl freundlich gegenüber den Spaniern nach einem Massaker an ihrem Volk zur besonderen Erniedrigung öffentlich gehängt wurde.
2) die Zuflucht  - Santo Domingo wurde zur Zuflucht für Kolumbus (auf der 4ten Reise, bei dem ihm die Schiffe weggefressen wurden), für uns wurde Santo Domingo die Zuflucht, wenn der Monsun San Salvador überschwemmt.
3) Schiffe in Flammen. Irgendwann mal standen ein paar Schiffe aus der Flotte von C C in Flammen (vergleiche Film “1492”), uns inspirierte außerdem die leuchtend gelbe Flechte im Einstiegsbereich.
4) Santo Cerro (ca 7b+) Vor einer Schlacht gegen die Arawak erschien den Spaniern die Jungfrau Maria und prophezeite Ihnen den Sieg, wenn sie dafür eine Kirche bauen würden, so entstand der Santo Cerro („Santo Cerro“ bei La Vega, heute ein Wallfahrstort)
5) Yucahu 7b+/7c, Beschützergott der Taino / Arawak, war leider total überfordert
6) Quisqueya oder Kiskeya: So haben die Ureinwohner “Taino”Name die Insel Hispaniola genannt , aber auch Name einer Biermarke und Zigarrensorte aus Hispaniola
7) La Navidad: erste spanische Siedlung in der neuen Welt (an der Nordküste von Hispaniola), eine art festung aus den Überresten der Santa Maria,wurde bei der 2.ten Reise zerstört vorgefunden und nicht mehr aufgebaut

(Guarocuya - Sohn von Anacaona, leistete eine Zeit den Eindringlingen Widerstand)

Übersicht Kletterbilder

neue Bilder San Salvador Mai 2011

Übersicht Sportklettern 08/09

neue Bilder Domingo sep 2011

[wolfialpin2] [Ifen08] [Schloss08] [Sparchet] [Verbotene Stadt] [Schatzkiste] [Kraftwerk09-1] [San Salvador] [Oberjoch]